Unser Schutzkonzept zusammengefasst
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Die Naturfreundejugend ist ein anerkannter ökologischer, sozialer und demokratischer Jugendverband mit einer über 100-jährigen Geschichte. Wir setzen uns für Umweltbildung, Kinder- und Jugendrechte, soziale Gerechtigkeit sowie eine vielfältige und solidarische Gesellschaft ein. In unseren Gruppenstunden, Jugendtreffs, Seminaren, Freizeiten und Ausbildungen schaffen wir Räume, in denen junge Menschen sich entfalten, Verantwortung übernehmen und Demokratie aktiv erleben können.
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist dabei ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Wir möchten, dass sich alle Teilnehmenden, Ehrenamtlichen, Teamenden, Besucher*innen und Mitarbeitenden sicher, respektiert und wertgeschätzt fühlen. Der Schutz des Kindeswohls ist seit 2009 in den Leitlinien der Naturfreundejugend Deutschlands verankert und bildet eine wichtige Grundlage unserer Verbandsarbeit.
Für uns bedeutet Kinderschutz mehr als das Eingreifen in Krisensituationen. Wir verstehen ihn als eine gemeinsame Haltung, die von Achtsamkeit, Respekt, Beteiligung und Verantwortung geprägt ist. Die Rechte und Grenzen aller Beteiligten werden geachtet und geschützt. Grenzverletzungen, diskriminierendes Verhalten und jede Form von Gewalt haben bei uns keinen Platz. Wir fördern eine Kultur des aktiven Hinschauens, des offenen Ansprechens von Problemen und des verantwortungsvollen Handelns.
Unser Schutzkonzept soll Sicherheit und Orientierung für alle bieten. Es beschreibt verbindliche Standards, Präventionsmaßnahmen, Beschwerdewege und Handlungsabläufe für Verdachts- und Krisenfälle. Gleichzeitig wird es regelmäßig überprüft und weiterentwickelt, damit es den Anforderungen unserer vielfältigen Verbandsarbeit gerecht wird.
Die drei Säulen unseres Schutzkonzepts
1. Verbandsentwicklung
Kinderschutz beginnt bei den Strukturen eines Verbandes. Deshalb überprüfen wir regelmäßig mögliche Risiken in unseren Angeboten und entwickeln Schutzmaßnahmen, um Kinder und Jugendliche bestmöglich zu schützen. Dabei betrachten wir unterschiedliche Situationen wie Freizeiten, Gruppenstunden, Jugendtreffs oder Bildungsangebote sowie die jeweiligen Räume, Betreuungsformen und personellen Strukturen.
Gleichzeitig nutzen wir die vorhandenen Ressourcen unseres Verbandes und unseres Netzwerks. Fachkräfte, geschulte Ehrenamtliche, Kooperationen sowie regelmäßige Reflexions- und Entwicklungsprozesse stärken unsere Schutzstrukturen langfristig.
2. Prävention
Prävention ist der größte und wichtigste Bestandteil unseres Schutzkonzepts. Ziel ist es, Grenzverletzungen, Machtmissbrauch, Diskriminierung und Gewalt frühzeitig zu verhindern.
Dafür gelten bei uns verbindliche Regeln für den respektvollen Umgang miteinander. Diese betreffen unter anderem die Gestaltung von Nähe und Distanz, die Achtung der Intimsphäre, einen sensiblen Umgang mit Körperkontakt, wertschätzende Sprache sowie den verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien.
Alle haupt- und ehrenamtlich Engagierten werden regelmäßig zum Thema Kinderschutz qualifiziert. Dazu gehören Kinder- und Jugendschutzinhalte in der Jugendleiter*innen-Ausbildung, verpflichtende Fortbildungen, Selbstverpflichtungserklärungen und die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses für volljährige Mitarbeitende.
Ebenso wichtig ist uns die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Partizipation stärkt Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und die Fähigkeit, eigene Grenzen wahrzunehmen und zu kommunizieren. Deshalb schaffen wir Beteiligungsmöglichkeiten und fördern eine offene Feedback- und Beschwerdekultur.
3. Intervention
Trotz aller Präventionsmaßnahmen können Grenzverletzungen oder Verdachtsfälle auftreten. Für solche Situationen gibt es bei uns klare Zuständigkeiten und festgelegte Handlungsabläufe.
Betroffene werden ernst genommen, geschützt und unterstützt. Verdachtsfälle werden sorgfältig geprüft und unter Einbeziehung geeigneter Fachstellen bearbeitet. Dabei stehen die Bedürfnisse und der Schutz der betroffenen Person immer im Mittelpunkt.
Durch unseren Kriseninterventionsplan wissen Mitarbeitende und Ehrenamtliche, wie sie in schwierigen Situationen handeln können und an wen sie sich wenden müssen. So stellen wir sicher, dass schnell, verantwortungsvoll und transparent reagiert wird.
Kinderschutz ist für uns kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Gemeinsam schaffen wir eine Umgebung, in der Kinder und Jugendliche sich sicher fühlen, ihre Persönlichkeit entwickeln und positive Erfahrungen in unserem Verband machen können.
Abschluss
Respekt, Wertschätzung, Ehrlichkeit und Transparenz prägen unsere Arbeit. Alle Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen sind sich ihrer besonderen Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen bewusst und verpflichten sich, Vertrauen nicht auszunutzen sowie stets grenzachtend zu handeln. Wir setzen uns aktiv für den Schutz vor Gewalt, Missbrauch, Diskriminierung und Ausgrenzung ein und stärken junge Menschen darin, ihre Rechte wahrzunehmen und eigene Grenzen zu vertreten.
Diversität, Toleranz und Weltoffenheit sind für uns zentrale Werte. Deshalb beziehen wir klar Stellung gegen rassistisches, sexistisches, diskriminierendes oder gewalttätiges Verhalten und greifen bei Grenzverletzungen konsequent ein. Kinder, Jugendliche und Teamende, die Unterstützung benötigen, können sich jederzeit an die hauptamtlichen Ansprechpersonen der Naturfreundejugend Braunschweig wenden.
